Elektrorollstühle unterteilt man in erster Linie aufgrund ihrer Fahr- und Lenkeigenschaften. Es gibt direkt und indirekt gelenkte Rollstühle und die sogenannten Elektromobile (oft auch Scooter genannt).
Die indirekt gelenkten Rollstühle verfügen über große Antriebsräder (meist hinten angeordnet) und deutlich kleineren frei schwenkenden Lenkrädern. Für den Antrieb sorgen zwei Motoren. Zum Lenken werden die Antriebsräder separat angetrieben. Da die Lenkräder um 360° durchschwenken können, erfolgt die Drehung fast auf der Stelle. Durch diese Antriebs- und Lenktechnik ähnelt diese Bauart sehr dem manuellen Greifreifenrollstuhl und ist somit sehr wendig in Innenräumen. Allerdings ergeben sich daraus auch Nachteile für den Außenbereich. Bei Querneigungen bleibt der Elektrorollstuhl nicht kursstabil und driftet ab. Aber auch bei hügeligem Gelände oder Hindernissen verhält sich der Rollstuhl nicht immer sicher. Hangabwärts kann es aufgrund der ungebremsten Vorderräder sogar zum Gleiten kommen.
Direkt gelenkte Rollstühle eigenen sich vor allem für den Außenbereich. Sie besitzen große Antriebsräder im vorderen und etwas kleinere Lenkräder im hinteren Bereich. Die Lenkung erfolgt über eine kleine Lenkstange bzw. Lenkknüppel. Der Lenkwinkel ist zwar begrenzt, allerdings ist dieser Elektrorollstuhl aufgrund seiner Konstruktion sehr spurstabil und überwindet ohne große Probleme Hinderniskanten. Auch bei Querneigungen oder hügeligem Gelände verhält sich der direkt gelenkte Rollstuhl grundsätzlich sicher und kurstabil. Die größeren Batterien ermöglichen es auch längere Strecken mit dem Rollstuhl zurückzulegen.
Elektromobile oder auch Scooter sind mit einem offenen Fahrersitz ausgestattet. Der Antriebsmotor befindet sich unter dem Sitz an der Hinterachse. Gelenkt wird über eine Lenksäule, wie man sie auch bei einem Motorrad anfindet. Elektromobile gibt es sowohl mit vier als auch mit drei Reifen. Dreiräder sind zwar wendiger, dafür bietet die Variante mit vier Rädern mehr Sicherheit im Hinblick auf die Kippstabilität. Für den sicheren Betrieb werden eine gute Oberkörperstabilität und die uneingeschränkte Gebrauchsfähigkeit eines Armes vorausgesetzt. Aufgrund der Bauweise ist es nicht möglich, einen Tisch frontal anzufahren bzw. zu unterfahren. Ebenso wird für das Öffnen von Türen gegebenenfalls Hilfestellung benötigt.
Lange Zeit galt ein Rollstuhl mit Hilfsmotor eher als Seniorenrad. Mittlerweile wächst jedoch gerade der Trend des Elektrobikes. 2009 hatten bereits 4 Prozent der verkauften Rollstühle einen elektrischen Hilfsmotor.