Im Vergleich zum Elektroauto und zum Fahrrad mit elektronischem Antrieb, ist das Elektromotorad eine relativ neue Erscheinung. Das größte Problem für die Konstrukteure lag lange Zeit darin, bei der Leichtbauweise von Motorädern ausreichend Platz für die großen und schweren Akkumulatoren zu finden.
Gerade für den Geländemotorsport ist der elektronische Antrieb eine willkommene Alternative zum Verbrennungsmotor, da die Maschinen deutlich leiser sind und es dementsprechend leichter fällt eine Genehmigung für ein Übungsgelände zu bekommen. Bekannte Modelle für den Offroad-Bereich sind die Zero X und Zero S (Supermoto) der Firma Zero Motorcycles, die Quantya des Herstellers Quantya S.A. und die KTM Freeride der KTM Power Sprts AG. Die Zero S wird seit April 2009 vertrieben und ist die erste Maschine von Zero Motorcyles die auch über eine Straßenzulassung verfügt. Die Leistung liegt bei 23 kW (31 PS) und einem Drehmoment von 84,6 Nm. Dadurch erreicht sie bei einem Gewicht von 103 kg eine Geschwindigkeit von knapp 100 km/h. Die Ladekapazität des Lithium-Akkus der Zero S liegt bei 4kWh. Damit kommt die Maschine auf eine Reichweite von bis zu 100 km. Bisher sind die Elektromotorräder für diesen Bereich noch relativ teuer und liegen bei 7.500,- bis 10.000,- Euro.
Ebenso gibt es schon einige Straßenmotorräder die mit einem elektrischen Motor betrieben werden. Hierzu gehören die Brammo Enertia sowie die Brammo Empulse der Firma Brammo Inc. und die Electric Motorsport GPR-S der kalifornischen Firma Electric Motorsport. Die GPR-S verfügt über 14 kW und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von knapp über 110 km/h. Die Ladekapazität der Lithium-Ionen-Batterie liegt bei 3,3 kWh, wodurch die Maschine (abhängig vom Betriebsmodus) auf eine Reichweite von rund 60 bis 100 km kommt. Neben der Straßenmaschine bietet die Firma Electric Motorsport auch Umbausätze für herkömmliche Fahrzeuge an.
Den dritten Bereich von Elektromotorädern stellen die Rennmotorräder dar. Hier gibt es zum Beispiel die Brammo Enertia TTR Race Bike von Brammo Inc. Der Lithium-Polymer-Akkumulator verfügt über eine Speicherkapazität von 8 kWh. Das Gewicht der Maschine liegt bei 164 kg. 2009 schickte Brammo dieses Modell ins erste Elektromotorradrennen auf der Isle of Man und erreichte den dritten Platz. Die Maximalgeschwindigkeit der Maschine lag in diesem Rennen bei 164 km/h.
Lange Zeit galt ein Motorrad mit Hilfsmotor eher als Seniorenrad. Mittlerweile wächst jedoch gerade der Trend des Elektrobikes. 2009 hatten bereits 4 Prozent der verkauften Motorräder einen elektrischen Hilfsmotor.