Das Elektroauto kann auf eine lange Geschichte zurück blicken. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es bereits zu einem regelrechten Kopf-an-Kopf Rennen mit Dampf- und Benzinwagen. 1901 lag der Anteil von Elektroautos in New York sogar bei 50 Prozent. Ein Jahr zuvor stellte der deutsche Autokonstrukteur Ferdinand Porsche mit dem Lohner-Porsche auf der Weltausstellung in Paris seine Version eines Elektrofahrzeuges vor und fand große Resonanz.
Für die Fahrer waren vor allem der ruhige und saubere Betrieb des Wagens entscheidende Vorteile. Allerdings waren die Fahrzeuge auch aus technischer Sicht dem Benziner überlegen. Am 18. Dezember 1898 stellte der französischer Autorennfahrer Gaston de Chasseloup-Laubat den ersten Geschwindigkeitsrekord für ein Landfahrzeug mit einem Elektroauto auf. Der Jeantaud Duc wurde von Charles Jeantaud in der Nähe von Paris entwickelt und erreichte eine Geschwindigkeit von 62,78 km/h. In den darauf folgenden Jahren wurden immer wieder höhere Rekorde aufgestellt. Unter anderem auch von dem Belgier Camille Jenatzy mit seinem CGA Dogcart. Die 100 km/h-Marke sollte mit dem La Jamais Contente von Jenatzy ebenfalls zuerst von einem Elektroauto gebrochen werden.
Durch die Erfindung der Zündkerze und ihrem Einsatz in der Automobiltechnik, fand der Siegeszug der Elektrofahrzeuge gegen 1910 ein schnelles Ende. Benzinmotoren konnten nun durch das Betätigen eines Anlassers gestartet werden und mussten nicht mehr mühsam angekurbelt werden. Entsprechende Werbung und günstige Ölpreise sorgten ebenfalls dafür, dass der Benziner immer populärer wurde. Bis 1990 fristete das Elektroauto in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Deutschland lediglich ein Nischendasein als Lieferfahrzeug.
1990 wurde der Elektromotor erneut in Politik, Wirtschaft und den Medien thematisiert. Verstärkt wurde das vor allem durch die Ölkrise und das wachsende Natur- und Umweltbewusstsein. Kurz danach folgten erste Projekte von namenhaften Automobilherstellern wie zum Beispiel General Motors, VW oder Peugeot. Zu einer großen flächendeckenden Produktion kam es jedoch bis heute nicht. Meist wurden die Modelle nur in einer vergleichsweise sehr kleinen Stückzahl produziert oder wie in dem Fall vom GM EV1 von General Motors sogar nach kurzer Zeit wieder eingezogen und verschrottet.
Aktuell beschäftigen sich viele Ingenieure und Projekte, unabhängig von den etablierten Automobilherstellern mit der Entwicklung neuer Modelle. Bekannte Beispiele sind hier der Tesla Roadster oder der Greenster von Ruf. Die entsprechenden Unternehmen setzen sich auch verstärkt damit auseinander, die Effizienz der Akkus zu verbessern und ein flächendeckendes Netz mit Ladestationen anzubieten. Ebenfalls wird auch das Hybridauto, also die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor weiterentwickelt.